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Dass unsere Bevölkerung immer älter wird, muss nicht weiter begründet werden. Die meisten alten Menschen möchten in der Gemeinde oder in dem Quartier im Alter leben, in dem sie ihre Wurzeln haben. Häuser, Strassen, Nachbarn, Freunde, Bekannte, Einkaufen, Essen, Vereine, Hobby, Aufgaben und Pflichten haben meist über viele Jahre die Lebensgewohnheiten und Lebensgeschichten geprägt. Nicht zuletzt aus diesen Gründen hat die Stadt Zürich ihre Alterssiedlungen und Altersheime ganz klar in den einzelnen Quartieren geplant. Gleichzeitig haben auch private Kreise, oft mit kirchlichem Hintergrund, private Einrichtungen für das Wohnen und Leben im Alter realisiert. Im Gegensatz zur übrigen Stadt Zürich bestehen in den Kreisen 11 und 12 nur vier grosse städtische und private Altersheime. Vor Jahrzehnten wurde die Nord-Stadt noch als ein Stadtteil betrachtet, in dem vor allem junge Familien mit Kindern wohnen. Dies wird aus den lebhaften Bautätigkeiten der Baugenossenschaften ersichtlich. Neue Zahlen belegen, dass aber gerade in den Stadtkreisen 11 und 12 ältere Menschen jahrelang auf einen Platz in einem Altersheim warten müssen. Am 1. Oktober 2000 waren 780 Personen bei der Anmeldestelle der Stadt Zürich als dringlich (würden sofort einziehen) angemeldet. 167 dieser Anmeldungen stammen aus dem Stadtkreis 11, und 94 aus dem Stadtkreis 12. Somit kamen rund ein Drittel aller dringlichen Anmeldungen für städtische Altersheime aus Zürich-Nord. Selbst die städtische Verwaltung hat festgehalten, dass für diese Stadtkreise ein echter Notstand in der Altersversorgung besteht. Aus diesen Erkenntnissen heraus hat sich eine private Arbeitsgruppe gebildet, mit dem Ziel, ein "Zentrum für das Wohnen im Alter" zu realisieren. In einem ersten Schritt sollen Alterswohnungen mit entsprechenden Dienstleistungen erstellt werden. Elemente eines Altersheimes sind aber im Konzept integriert. So ist jede Wohnung mit einem 24-Stunden Notfalldienst verbunden, der sicherstellt, dass innerhalb von Minuten eine Hilfestellung erfolgt. Ebenfalls ist ein Bistro /Restaurant, das zusätzlich zu einem Mehrzwecksaal erweitert werden kann, eingeplant. Vermietbare Praxen und Therapieräume, Coiffeur- und Pedicuresalon und andere Dienstleistungen sollten integriert werden. Geplant ist auch eine Anzahl kleinerer Werk- und Hobbyräume, die an weniger attraktiven Standorten von den Bewohner/innen frei dazugemietet werden können. Die Mieter sollen die Möglichkeit haben, die Wohnungsgrösse selber bestimmen zu können. Wir gehen davon aus, dass im Alter Einzelpersonen in der Regel ein Schlafzimmer und ein Wohnzimmer, und Ehepaare eine 3-Zimmer Wohnung beziehen möchten. Sollte es nicht gelingen im geplanten Senioren-Center 1+1 subventionierte Wohnungen realisieren zu können, so müsste die Möglichkeit bestehen, dass eine Einzelperson aus finanziellen Gründen auch eine 1-Zimmer Wohnung beziehen könnte. Die einzelnen Wohnelemente sind so flexibel zu gestalten, dass alle Variationen individuell möglich sind, und die Anzahl Zimmer frei gewählt werden kann. Wir stellen uns ein Konzept vor, bei dem auf eigentliche Küchen verzichtet wird und an deren Stelle frei anschliessbare und standardisierte Küchenmöbel in jeder Wohneinheit vorhanden sind. Jede Einheit verfügt über eine Nasszelle, welche als WC und Dusche oder aber auch wahlweise und je nach individueller Wohnungsgrösse, als Kleinwaschküche, Lagerraum oder als Zweit-WC genutzt werden kann. Die Arbeitsgruppe ist der Meinung, dass das Senioren Center 1+1" so konzipiert werden soll, dass alte Menschen nach Verlust des Partners oder der Partnerin, die Wohneinheiten individuell wieder reduzieren können, und dass in einer späteren Phase einzelne Elemente, mit einer zusätzlich aufzubauenden Infrastruktur, als Altersheimzimmer weitergenutzt werden sollen. Damit müssten Bewohnerinnen und Bewohner auch in einer späteren Lebensphase und bei zusätzlicher Hilfs- und Pflegebedürftigkeit, das Zentrum nicht mehr verlassen. Das Haus soll sogar in der Lage sein, bei Bedarf nicht nur Altersheimzimmer sondern eigentliche Pflegewohngruppen zu ermöglichen. Im Bereich Wohnungsgrösse ist das Zentrum für das Wohnen im Alter voll flexibel, von der Einzimmerwohnung, zur Mehrzimmerwohnung, bis zur Pflegewohngruppe. Baulich und auch bezüglich Lärmschutz wird jede Wohneinheit von der anderen Einheit frei trennbar sein. Die Bewohner/innen sollen die grösstmögliche Individualität im Alter geniessen können. Sie bezahlen eine Miete für die beanspruchten Wohneinheiten mit Grundküchenelementen und sanitären Grundeinrichtungen, Kellerabteilen und mögliche Werkräume, und/oder Garageplätze. Bei den Nebenkosten wie Heizung, Energie, Gebühren, Abfall und Reinigung fällt noch ein Anteil von gemeinsam zur Benützung zugänglichen Begegungs- und Veranstaltungsräumen, und ein Kostenanteil für den 24-Stunden Notfalldienst, Infrastrukturen und Administration, an. Eine eigentliche Pflege erfolgt durch den regulären Spitex-Dienst oder durch einen noch zu bildenden Spitex-Dienst innerhalb dem Zentrum. Auch Wohnungsreinigung und Wäsche können individuell selber, durch Angehörige, Freunde und Nachbarn oder durch Bezahlung über die Spitex-Dienste übernommen werden. Die Kosten für allfällig interne Spitex-Angebote oder Restaurant/Bistro sind so berechnet, dass sich diese Dienste finanziell selber tragen können. Entsprechende Raumreserven für einen späteren Altersheimteilbetrieb werden eingeplant. Der gesamte Betrieb soll von einer gemeinnützigen Trägerschaft geführt werden, welche die Rendite an den Investor und den Ertrag für den Gesamtbetrieb erwirtschaftet. Allfällige Rückstellungen und Gewinne müssen vollumfänglich in den Betrieb zurück fliessen. Die Bewohner/innen können sich in der eigenen Wohnung verpflegen oder individuell im Restaurant/Bistro. Für die Wäsche bestehen in den Nasszellen Wasch-maschinenanschlüsse. Zusätzlich sollen aber auch auf den Etagen Waschmöglichkeiten sowie bei Bedarf Bademöglichkeiten, angeboten werden. Auf alle Sonderausstattungen wie Hallenbad, Kraftraum usw. wird verzichtet und der Bau soll einfach, freundlich, effizient und umweltbewusst konzipiert werden. Da die Wohnungsgrössen unterschiedlich sind, müssen auch die geplanten Balkone unterschiedlich unterteilt werden können.
Das geplante Senioren-Center 1+1 befindet sich an der Wehntalerstrasse. Auf dem Gelände stehen jetzt einzelne ältere Gebäude, die Kreiswache der Stadtpolizei, das Gebäude Restaurant Frieden und eine Trafostation. Die Trafostation ist zu ummanteln und in das Gebäude einzubeziehen. Die Arbeitsgruppe wäre auch daran interessiert, die Stadtpolizei in das Zentrum zu integrieren. Das bestehende Restaurant Frieden ist eine beliebte Quartierbeiz". Tendenziell soll auch dieses Restaurant in die neuen geplanten Gebäulichkeiten integriert werden. Das Gelände ist durch den öffentlichen Verkehr mit der Bushaltestelle Einfangstrasse" ausgezeichnet erschlossen und befindet sich zwischen den Einkaufsmöglichkeiten in Affoltern, Neu-Affoltern und Oerlikon, die reformierte und katholische Kirche sind in unmittelbarer Umgebung und der nahe Hürstwald bietet ausgezeichnete Erholungsmöglichkeiten an. Alle diese Orte sind ebenerdig und ohne Hindernisse erreichbar. |
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